1. Beispiel:

Rückrufaktion aufgrund Übersetzungsfehler

Der Versicherungsnehmer wurde von einem Pharma-Konzern beauftragt, den Text auf
Verpackung und Beipackzettel eines gängigen Medikaments ins Englische zu übersetzen.

Der Übersetzer beachtet nicht, dass die Mengenangabe, in Deutschland mit „ml“, in
England bzw. den USA mit „oz“ anzugeben sind, die andere Wertigkeiten als die deut-
schen Maßeinheiten haben, so dass es letztlich zu falschen Zusammensetzungs- und
Dosierungsangaben kam. Es wurde eine Rückrufaktion sowie der entsprechende Neu-
druck auf der Verpackung und Beipackzettel erforderlich.

Die so entstandenen Kosten wurden über die Vermögensschaden-Haftpflichtver-
sicherung bedingungsgemäß reguliert.

2. Beispiel:

Regressansprüche aufgrund Übersetzungsfehler

Bei der Übersetzung eines Vertragstextes vom Deutschen ins Schwedische unterlief
dem Versicherungsnehmer ein Fehler. Vorgegebener Text: „Durch die Unterzeich-
nung des Vertrages wird eine Vorauszahlung für die nächsten fünf Jahre in Höhe von
€ 1.500,- fällig“. Es wurde das Wort „jährlich“ vergessen. Der Vertragstext diente als
Grundlage für insgesamt 15 Vertragsabschlüsse. Der Kunde erhob Regressansprüche in
Höhe von € 90.000,-

Da fraglich war, ob auch bei den gewollten Vertragskonditionen es zu dieser Zahl von
Abschlüssen gekommen wäre, konnte hier ein Vergleich auf der Basis von 50.000 €
abgeschlossen werden. Dies wurde durch den Versicherer reguliert.

3. Beispiel:

Neudruck aufgrund Übersetzungsfehler

Der Versicherungsnehmer war beauftragt worden, eine Werbebroschüre zum Einsatz
auf einer Messe in Portugal zu übersetzen. Aufgrund einer Vielzahl von Übersetzungs-
fehlern bei technischen Fachausdrücken verweigerte der Kunde die Abnahme, so dass
ein Neudruck erforderlich wurde. Um den Messestand noch rechtzeitig bedienen zu
können, fielen zusätzlich noch erhebliche Kurierdienst-Kosten für den Transport nach
Portugal an.

Der Gesamtschaden in einer Größenordnung von € 75.000,- wurde von der Vermö-
gensschaden-Haftpflichtversicherung im bedingungsgemäßen Rahmen reguliert.

4. Beispiel:

Übersetzungsfehler in Bauanleitung

Bei der Übersetzung einer Bauanleitung eines technischen Produkts ins Italienische
unterliefen dem Versicherungsnehmer einige Übersetzungsfehler, die zum Teil zu Sinn-
entstellungen führten. Für die Kunden des Produkts war der Zusammenbau nahezu
unmöglich. Die Folge war eine Vielzahl von Reklamationen.

Der Kunde des Versicherungsnehmers machte daraufhin neben den Druckkosten für
einen Neudruck der Bauanleitung auch Umsatzeinbußen in einer Größenordnung von
€ 100.000,- geltend.

Im Vergleichswege konnte eine Regulierung auf Basis von € 35.000,- erreicht werden.
Diese wurden durch den Versicherer reguliert.

5. Beispiel:

Dolmetschfehler

Ein Dolmetscher übersetzt bei einer internationalen Wirtschaftskonferenz in der Bun-
desrepublik das amerikanische „Billion“ mit „Billion“ ins Deutsche. Die falsche Zahl
gelangt in eine Presseveröffentlichung und wird in Agenturmeldungen verbreitet. Die
Kosten für die Richtigstellung dieser Falschmeldung werden vom Dolmetscher verlangt
und zunächst mit € 80.000,- veranschlagt.

Es konnte ein Vergleich in Höhe von € 25.000,- erzielt werden, welcher vom
Versicherer reguliert wurde.

6. Beispiel:

Buch muss neu gedruckt werden

Durch eine falsche Übersetzung erhalten Passagen eines Buches eine Sinnentstellung.

Der Verlag muss das bereits gedruckte Buch wieder einstampfen. Es entstehen Druck-
kosten in Höhe von € 40.000,-.

Auch hier reguliert der Versicherer die entstandenen Kosten.


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